Der Januar fühlt sich manchmal an wie ein langer Sonntagabend. Draußen ist es grau, die Motivation trägt Kuschelsocken und im Kopf flüstert eine Stimme: „Iss doch einfach Nudeln mit irgendwas.“
Und weißt du was? Das ist völlig okay.
Gleichzeitig liegt da dieses Wintergemüse, oft etwas unterschätzt, ein bisschen knubbelig, nicht so instagramm-hübsch wie bunte Sommerbowls, aber voller Wärme, Geschmack und Möglichkeiten. Saisongemüse im Januar ist wie eine gute Freundin: nicht laut, aber verlässlich. Und genau darum geht es heute: wie du ohne Stress, ohne Perfektion und ohne Küchenakrobatik mehr davon in deinen Alltag holen kannst.
Warum Wintergemüse es schwer hat
Viele von uns haben zu Wintergemüse ein eher… nüchternes Verhältnis.
Grünkohl erinnert an Kantine, Rosenkohl an Kindheitstraumata und Sellerie wirkt, als hätte er nie vorgehabt, sympathisch zu sein.
Dazu kommt der Januar-Alltag:
Du bist müde, die Tage kurz, der Kopf voll. Nach Feierabend willst du Wärme, Trost und etwas, das nicht nach „Projekt gesunde Ernährung“ aussieht. Verständlich. Niemand kommt nach einem langen Tag nach Hause und denkt: „Juhu, jetzt erst mal Pastinaken kochen!“
Und trotzdem steckt gerade im regionalen Wintergemüse so viel Gutes: kurze Transportwege, ehrliche Zutaten, saisonale Preise und das Gefühl, mit kleinen Entscheidungen etwas Freundliches für die Welt zu tun, ohne sich verbiegen zu müssen.
Die Frage ist also: „Wie passt Gemüse so in mein Leben, dass es mir guttut und nicht noch mehr von mir verlangt?“
Ein liebevoller Blick auf den Januar-Korb
Im Januar haben vor allem diese Schätze Saison:
- Grünkohl
- Rosenkohl
- Wirsing
- Spitzkohl
- Rote Bete
- Pastinaken
- Möhren
- Sellerie
- Lauch
- Chicorée
Sie sind ein bisschen wie die ruhigen Gäste auf einer Party – nicht die lautesten, aber die, mit denen man am Ende am liebsten auf dem Sofa sitzt.
Ich persönlich habe eine kleine Möhren-und-Spitzkohl-Liebe. Möhren sind wie das Schweizer Taschenmesser der Küche: roh, gekocht, aus dem Ofen, in der Suppe, roh – sie können einfach alles. Und Spitzkohl? Der ist der sanfte Cousin des Weißkohls: zart, schnell gar und erstaunlich unkompliziert.
Warum regional im Januar so viel Sinn ergibt
Wenn Gemüse aus der Nähe kommt, darf es reif geerntet werden. Es muss keine Weltreise überstehen und schmeckt deshalb oft voller und echter. Außerdem unterstützt du Höfe, die auch im Winter durchhalten – ein leiser, aber schöner Beitrag zu mehr Wertschätzung für Lebensmittel.
Eine Biokiste im Abo kann dabei wie ein freundlicher Assistent sein:
Du musst nicht nachdenken, bekommst automatisch Saisonales und entdeckst Dinge, die du selbst nie gekauft hättest. Manchmal beginnt eine neue Lieblingssuppe genau so.
2–3 Mini-Zubereitungsideen (ohne Küchenzauber-Diplom):
- Ofenblech-Retter: Möhren, Pastinaken und rote Bete grob schneiden, etwas Öl, Salz, Thymian und ab in den Ofen. Dazu Hummus oder einfach Brot. Fertig ist das „Ich will meine Ruhe“-Abendessen.
- Spitzkohl-Pasta: Spitzkohl in Streifen, kurz in der Pfanne anbraten, Knoblauch, Zitronensaft, Nudeln dazu – klingt banal, schmeckt nach Umarmung.
- Grünkohl mild & modern: Statt stundenlang kochen: fein schneiden, kurz dünsten, mit Räuchertofu und Senf – viel freundlicher als sein Ruf.
So wird Januar-Gemüse alltagstauglich
Einkaufs-Abkürzungen für müde Tage
- Die 3er-Regel: Kauf nur drei Gemüsesorten pro Woche. Weniger Auswahl = weniger Überforderung.
- Ofen schlägt Perfektion: Fast jedes Wintergemüse wird im Ofen besser und du musst nichts tun.
- Biokiste light: Auch alle zwei Wochen ist völlig okay. Es geht um Unterstützung, nicht um ein neues Muss.
Sanfte Einstiege
- Ein Wintergericht pro Woche reicht völlig.
- Tiefkühl-Grünkohl ist kein Scheitern, sondern clever.
- Fertige Rote Bete aus dem Glas darf mitspielen.
Und wenn mal eine Pastinake schrumpelig im Kühlschrank liegt, bist du kein schlechter Mensch – nur ein ganz normaler.
Wintergemüse – dein Alltagsheld
Saisongemüse im Januar muss kein Projekt sein. Es darf warm, einfach und ein bisschen unperfekt sein – genau wie wir. Jeder kleine Schritt zählt: eine Ofenform mehr, ein regionaler Einkauf, eine neue Suppe, die bleibt.
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✔ Studium der Lebensmitteltechnologie
✔ Zertifizierte vegane Ernährungsberaterin
✔ Seit 2012 unperfekt vegan

