Kurze Antwort:
Eigentlich gar nicht. Zumindest nicht für die Tiere, die gerade in der Vorweihnachtszeit und zu Thanksgiving die schlimmste Zeit des Jahres erleben. Aber: Wir können das ändern, Schritt für Schritt, ganz ohne Perfektion.
Liebe beginnt nicht erst unter dem Weihnachtsbaum
Weihnachten gilt als das Fest der Liebe. Und vielleicht kennst du das Gefühl auch:
Kerzen, Plätzchenduft, Lichterketten. Alles wirkt ein bisschen wärmer, weicher, geborgener.
Nur: Für Gänse, Enten und Truthähne sieht die Realität völlig anders aus.
Während wir uns endlich wieder Zeit für Familie nehmen, erleben sie Stress, Enge, Angst und am Ende… ihren letzten Tag.
Das klingt hart. Und trotzdem spreche ich es aus – ohne zu verurteilen, damit wir gemeinsam hinsehen.
Tradition, die weh tut: Warum gerade jetzt so viele Tiere leiden
Zur Vorweihnachtszeit steigen die Zahlen der geschlachteten Tiere enorm:
- Gänse & Enten zum Weihnachtsessen
- Truthähne zu Thanksgiving
- Schweine & Rinder für Festtagsbraten
Viele dieser Tiere werden in den Wochen davor gemästet, teilweise auf extremem Leistungsniveau. Für sie ist „Festzeit“ keine schöne Zeit. Und doch: Die Tradition hat sich so fest in unsere Köpfe gesetzt, dass kaum jemand fragt, wie es den Tieren eigentlich geht.
Das ist schade, denn Liebe sollte nicht an der Haustür oder am Tellerrand enden.
„Aber das machen wir jedes Jahr“: Familientraditionen ohne Stress überleben
Jetzt wird’s alltagstauglich. Vielleicht klingt dir das vertraut:
„Ach, du isst ja immer noch vegan?
Dann gibt’s für dich Kartoffeln und Rotkohl… ohne Gans natürlich.“
Du willst dazugehören. Du willst weder Streit noch belehren. Aber gleichzeitig sitzt du da, mit dem Gefühl, dass Liebe zu Tieren und ein gemeinsamer Festtag sich nicht ausschließen sollten.
Und weißt du was? Tun sie auch nicht.
Weihnachtsmärkte: Überforderung am Glühweinstand
„Ja, für dich gibt’s bestimmt irgendwo was zu essen.“ – jeder zweite Weihnachtsmarktbesuch 😅
Die Realität:
- Langos mit Käse
- Bratwurst überall
- Schmalzgebäck
- aber auch gebrannte Mandeln (immerhin!)
- Gemüsepfanne … wenn du Glück hast
Du pendelst zwischen Hunger, Frust und dem Wunsch, dich einfach über den Lichterzauber freuen zu können. Und dabei willst du doch nur Liebe statt Leid, auch auf deinem Teller.
Kleine Schritte, große Wirkung: liebevolle Alternativen für die Festtage
Hier kommt der Teil, der Mut macht. Wir können Traditionen behalten, nur ein bisschen anders.
Zehn kleine, machbare Ideen:
- Eine vegane Hauptspeise vorschlagen z. B. gefüllter Butternut-Kürbis
- Gänsebraten durch veganen Braten ersetzen (super im Ofen!)
- Klassiker retten: Klöße, Rotkohl, Rosenkohl ✔️ sowieso vegan-friendly
- Veganen Kartoffelsalat zum Adventsessen mitbringen
- Auf dem Weihnachtsmarkt vorher vegane Stände recherchieren
- Einen Sweet Table anbieten: Plätzchen, Stollen, Kakao
- Freunden zeigen: Veganes Essen = Genuss, kein Verzicht
- Familienrituale erweitern: gemeinsame Zeit statt tierischer Konsum
- Mitgefühl auf den Tisch bringen, ohne Schuld oder Druck
- Ein neues Motto: „Fest der Liebe für wirklich alle“
Es heißt nicht alles oder nichts. Vielleicht ist dieses Jahr ein veganes Hauptgericht der Anfang. Oder du entscheidest dich ganz still für dich und das reicht. Auch du hast einen Einfluss.
Liebevoll zu dir und zu Tieren.
Du musst nicht perfekt sein, um einen Unterschied zu machen. Jeder vegane Keks, jede alternative Festtagsspeise, jedes freundliche „Ich mache es dieses Jahr anders“ schenkt einem anderen Wesen ein bisschen Leben und Freiheit. Und das ist doch genau das, worum es in dieser Zeit geht:
Verbundenheit. Respekt. Wärme für alle, die fühlen.
FAQ – Fragen, die du dir jetzt stellen könntest
Ist es unhöflich, bei Familienfeiern vegan zu essen?
Nein. Du darfst für dich sorgen mit Liebe und Wertschätzung für andere.
Wie kann ich Alternativen vorschlagen, ohne Druck zu machen?
„Ich bringe etwas Leckeres mit, das alle probieren können.“ wirkt Wunder.
Was, wenn mein Umfeld das nicht versteht?
Sanft bleiben. Zeigen statt überzeugen. Fortschritt statt Perfektion.
Gibt es veganen Braten, der wirklich gut schmeckt?
Ja! Und: selbstgemacht oder im Ofen fertig. Beides ist festtagstauglich.
Wie schaffe ich es, mich auf die festliche Stimmung zu konzentrieren?
Erinnere dich an das, was du eigentlich feiern willst: Liebe, Miteinander, Lichter. Nicht das Tier auf dem Teller.
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Mein Herzenssatz für dich
Weihnachten wird zum Fest der Liebe, wenn auf dem Teller auch Liebe liegt.
Und dafür reicht schon ein erster, kleiner Schritt.
Über mich

✔ Studium der Lebensmitteltechnologie
✔ Zertifizierte vegane Ernährungsberaterin
✔ Seit 2012 unperfekt vegan

